Die Kirche in Opfenbach

Patronzinium: St. Nikolaus am 6. Dezember

Das Dorf Opfenbach entstand entlang der Römerstraße, die von Kempten nach Bregenz führte. Es wird vermutet, dass unter der heutigen Pfarrkirche römische Baureste zu finden sind. Der heilige Gebhard, Bischof von Konstanz (979-995), soll in Opfenbach eine Kirche eingeweiht haben, ansonsten wissen wir wenig über die erste mittelalterliche Kirche. Nach dem Schwedenbrand im Jahr 1632 wurde die damalige Pfarrkirche nur notdürftig wiederhergestellt. Da eine Renovierung mit Vergrößerung so viel wie ein Neubau gekostet hätte, entschied man sich im Jahr 1772 eine neue spätbarocke Kirche zu bauen. Joseph Gunz, der Amtswerkmeister aus Bregenz lieferte die Pläne für den Neubau. Nur der mittelalterliche Kirchturm blieb stehen. 1782 wurde die Kirche von Weihbischof Josef Leopold aus Konstanz geweiht.
Aus der Erbauerzeit stammen der Hochaltar, die beiden Seitenaltäre, die Beichtstühle und die Kanzel. Die zwei Kirchenpatrone sind am Hochaltar als Figuren zu finden. Links steht der heilige Nikolaus, der Freund der Kinder, mit drei goldenen Kugeln auf dem Buch und rechts der zweite Kirchenpatron, der heilige Severin, von dem nichts Geschichtliches bekannt ist, außer dass er im 4. Jahrhundert Bischof von Köln war. So sehen wir ihn auch abgebildet: als Bischof ohne weiteres Attribut. Nach ihm ist heute das Seniorenheim in Opfenbach benannt. Lange Zeit bestanden zwei Bruderschaften: Die Rosenkranzbruderschaft und die Annabruderschaft (seit 1519). Beiden wurde ein Altar zuerkannt: der linke Seitenaltar ist dem Rosenkranz gewidmet, das Altarbild zeigt Maria, wie sie den Dominikanerheiligen Katharina von Siena und dem hl. Dominikus den Rosenkranz überreicht. Die beiden Figuren am Seitenaltar sind jedoch Franziskaner: links Franziskus, rechts Antonius von Padua. Oben als Bild der von Pfeilen durchbohrte heilige Sebastian. Auf der rechten Kirchenseite steht der Annaaltar. Von der heiligen Mutter Anna wird in Opfenbach eine Reliquie verehrt, das Reliquiar von 1756 befindet sich in der Sakristei. Aufgrund der langen Verehrung nennt sich heute das Pfarrheim Anna-Haus. Das Bild der heiligen Anna mit ihrem Ehemann Joachim und der jugendlichen Maria zu Füßen wird umgeben links vom heiligen Johannes dem Täufer und rechts vom heiligen Josef. Oben thront der heilige Wendelin, der Patron der Landwirtschaft. Bemerkenswert am rechten Seitenaltar ist der Engel mit Hut, der oben rechts auf einer Volute sitzt. Wahrscheinlich hat das mit dem nahen Lindenberg zu tun, das auf eine lange Hutmachertradition verweisen kann.
Auf der Kanzel bläst ein Engel zum jüngsten Gericht, daneben halten drei kleine Engel die Symbole der drei göttlichen Tugenden: das Kreuz für den Glauben, den Anker als Zeichen der Hoffnung, das entflammte Herz für die göttliche Liebe, ein viertes Symbol Kelch weist auf die heilige Messe hin. Von großer Qualität sind die inzwischen beschrifteten Medaillons der 12 Apostel, darunter sind außergewöhnliche Abbildungen zu finden.
Nach der Säkularisation 1803 kaufte der kunstsinnige Pfarrer Ferdinand Mohr, der die Kirche sofort nach seinem Kommen nach Opfenbach auch erbauen lies, einige Kunstgegenstände von verstaatlichten Klöstern auf. Wahrscheinlich fallen die frühbarocken Rosenkranzmedaillons darunter, die im Chorraum verteilt sind und über der schmerzhaften Muttergottes hängen. Ob die spätgotische Pietá damals ersteigert wurde oder ein Werk aus der früheren Kirche ist, wissen wir leider nicht. Wahrscheinlich stammen auch die zahlreichen Reliquiare auf den Altären von diesen Klöstern aus der näheren Umgebung wie zum Beispiel Mehrerau bei Bregenz. Im alten Pfarrhaus befinden sich wertvolle bemalte Holztafeln, die Pfarrer Mohr ebenso erwarb.
1820 wurde die Kirche erneuert, die Renovierung von 1880 bis 90 hinterließ jedoch größere Spuren. Einige Figuren dieser Zeit sind in unserer Kirche erhalten: Links im Schiff die heilige Elisabeth, rechts der heilige Donatus, links im Chorraum die Herz- Jesu-Statue, links die Herz-Mariä-Statue. Die anbetenden Engel am Hochaltar tragen ebenso Nazarenerzüge. Das Chorgestühl, der Kreuzweg, die Kommunionbank, der Osterkerzenständer und der bunte, gekachelte Fußboden sind in dieser Zeit in die Kirche hineingekommen. Schließlich sei das Bild des heiligen Gallus auf der Rückseite der Kanzel erwähnt.
Die Renovierung von 1927 prägte das Kirchenbild wiederum deutlich: Um 1906 dachten die Opfenbacher noch an eine Erweiterung der Kirche, nach dem ersten Weltkrieg wurde nur eine zweite Empore eingebaut. Der begabte Kirchenmaler Prof. Oswald Völkel entwarf das Deckengemälde mit dem heiligen Nikolaus als Fürbitter, dahinter das Sterben des heiligen Nikolaus, über der Orgel die heilige Cäcilia, die Patronin der Kirchenmusik, im Chorraum die Anbetung der Hirten vor dem Christkind. Auf der Emporenbrüstung sind links nochmals Wendelin, in der Mitte Nikolaus mit den Kindern und rechts die hl. Magd Notburga abgebildet.
1956 übermalte man vieles von der neobarocken Ausstattung und führte einiges wieder in einen ursprünglicheren Zustand zurück.
Die Renovierung 2005/06 orientierte sich am barocken Kirchenraum und versuchte auch die späteren Gestaltungen sinnvoll zu integrieren. Dabei wurden die Ornamente in den Stichkappenfeldern mit sanften Farben wiederhergestellt, manche Fresken mussten neu entworfen werden wie die vier Evangelisten oder im Chorraum die Opferung des Isaaks (links) und der Mannaregen (rechts). Im Chorraum wurde mehr Platz geschaffen, die Sakristei angebaut, die enge zweite Empore wieder entfernt. Dem Betrachter zeigt sich jetzt ein einheitlicher Kirchenraum. Schließlich konnte im Jahr 2011 eine neue Orgel auf der nunmehr einzigen Empore eingebaut werden. Die neue Orgel wurde von Firma Maier in Hergensweiler hergestellt. Sie enthält Pfeifen und Bauelemente von früheren Orgeln dieser Pfarrkirche, der Großteil der Orgel ist aber neu geschaffen worden.

Kirchenglocken von Opfenbach

Es läuten die 4 Glocken des‘-f‘-as‘-b‘ der Pfarrkirche zum heiligen Nikolaus in Opfenbach im Allgäu. Es handelt sich hierbei vermutlich um Glocken der Gießerei Gebhard aus Kempten, die 1948/49 gefertigt worden sind.
Das Geläut ist sehr interessant und passt sehr gut zu dem schönen barocken Kirchenbau. Die große Glocke verfügt über einen wunderbar warmen Klang und ist ein herausragendes Instrument !

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