Die Kapelle in Mellatz

Patrozinium: Gedenktag unserer lieben Frau von Lourdes am 11. Februar

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts lebten in Mellatz Nr. 28 die Eheleute Josef und Anna Karg (Hausname Hensler) als angesehene und wohlhabende Bauersleute mit 4 Kindern- Peter-Paul, Maria-Agathe, Anna und Josefa, die alle ledig blieben. Die Geschwister Josefa und Anna Karg pilgerten öfters nach Lourdes und La Salette. Etwa 1898 kaufte Josefa Karg in Lourdes eine große Mutter-Gottes-Statue. Von da an reifte der Entschluss der Geschwister Karg, in Mellatz eine Kapelle mit Lourdes Grotte zu bauen.

Mit der Planung wurde Baumeister Foigele aus Opfenbach beauftragt und so wurde in den Jahren 1901 bis 1903 die Kapelle errichtet. Die Tuffsteine für die geplante Grotte ließen die Geschwister Karg aus der Region um Marseille kommen. Am 5. August 1903 wurde die Kapelle dann durch den damaligen Ortspfarrer Benedikt Frommknecht feierlich eingeweiht.
Nach dem plötzlichen Unfalltod der Eltern (1915) entschlossen sich die Geschwister Anna und Josefa Karg das bäuerliche Anwesen im Jahre 1915 zu verkaufen. Dieses Anwesen wurde in den kommenden Jahren von verschiedenen Besitzern erworben, erst von Monsignore Pabst aus Heimenkirch, später von den Missionaren vom kostbaren Blut unter der Leitung von Pater Ahr. Dieser war sehr beliebt und ein großer Marienverehrer. Viele Gläubige von nah und fern besuchten seine Maiandachten und Gottesdienste.

Im April 1928 gab es dann den letzten Besitzwechsel. Neue Besitzer wurden die Söhne des hl. Herzen Jesu- die heutige Comboni Missionare- unter damaliger Leitung des H.H. Generaloberen Pater Johann Deisenbeck. Von nun an wurde täglich einen Hl. Messe in der Kapelle gefeiert und im Kloster junge Leute zum Priester ausgebildet. In den 30er Jahren erfolgte dann der Anbau der Sakristei und er Bau der Empore. Im Laufe der Jahre wurde das Kloster samt Kapelle zu klein und so entschloss sich Pater Deisenbeck zu einem Gütertausch mit dem Anwesen Fritz Jarde auf der Mellatzer Höhe. An dem Hang mit Blick auf Mellatz wurde 1958 ein Missionshaus mit großer Kapelle errichtet und der Umzug dorthin erfolgte 1959.

Da die Patres die Kapelle in Mellatz nicht mehr benötigten, übereigneten sie die Lourdes-Kapelle im Jahre 1968 per Schenkungsurkunde den Mellatzer Dorfbewohnern. So wurde im Jahre 1968 der Kapellenverein unter Vorstand Fritz Jarde gegründet. Die Eintragung ins Vereinsregister erfolgte im Jahre 1972. Der Verein setzt sich für die Erhaltung der Kapelle ein und wird unterstützt von den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern.

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