Gedankenspiel
Jesus nimmt uns heute wieder durch ein Gedankenspiel mit. Warum macht er das? Er will, dass wir uns als Person angesprochen fühlen und er es ernst mit uns meint. Wir kennen es alle, wenn wir müde sind und auf nichts Bock haben. Dann ist uns jede kleine Arbeit zu viel und es ist uns überdrüssig.
Genauso ging es in der Geschichte, die Jesus im Evangelium den Hohepriestern und Ältesten erzählt. Einer wollte nicht in den Weinberg gehen, weil es ihn aber reute, ging er dann doch. Anders der Andere, er stimmte zuerst zu, ging aber dann nicht. „Wer von den beiden hat den Willen seines Vaters erfüllt?“ (Mt 21,31) Die um Jesus standen wussten, dass der Erste sich richtig verhalten hat. Dieser nämlich ist ehrlich mit seinem inneren Gefühl umgegangen. Er hatte am Anfang keine Lust, weil sich aber dann das Gewissen gemeldet hat, war er einsichtig. Dies fehlt uns oft! Die inneren Gefühle zu betrachten, sei es, weil wir keine Zeit haben oder uns keine Zeit nehmen wollen in der Befürchtung, dass es danach schlimmer werden könnte. Dabei ist genau das Gegenteil der Fall. Wenn wir uns nicht ehrlich anschauen, stauen sich das gesamte Paket von Unbehagen, Widerstände und Wut immer mehr in unserem Unterbewusstsein an. Dies hat fatale Folgen! Sie schlagen auf unser Gemüt und wir brauchen uns nicht zu wundern, dass es irgendwann unser Charakter wird. Deshalb ist es umso wichtiger, rechtzeitig die Reißlinie zu ziehen und wie der junge Mann im Evangelium tief in sich hineinzuhören und Einsicht walten zu lassen.
Wir dürfen Jesus für seine Gedankenspiele dankbar sein. Sie sind nicht einfach nur schlau ausgedachte Geschichten, sondern wollen unser Leben bereichern und manchmal vor etwas bewahren, wie wir selber in Zukunft nicht werden wollen.


