Volkstrauertag in den Gemeinden

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Gedenkfeier zum Volkstrauertag in Heimenkirch

80 Jahre Frieden! Es ist die längste ununterbrochene Friedensperiode in der Geschichte der Europäischen Union und der Mitgliedsstaaten jemals und ein Segen für die Menschen hier. Unsere Vorfahren mussten – unfreiwillig – für gekrönte Häupter oder politische Führer in den Krieg ziehen und über Jahre an der Front kämpfen.

Am 9. November wurde dieses Jahr in Heimenkirch die Gedenkfeier für die Opfer von Krieg und Gewalt begangen. Traditionell zogen, zu den Klängen der Musikkapelle Heimenkirch (Dirigent Jochen Breuß) die Mitglieder der „Kameradschaft ehemaliger Soldaten“, die Fahnenabordnungen der Vereine, der Männerchor Heimenkirch, sowie Vertreter des Marktgemeinderates, des Pfarrgemeinderates und der Kirchenverwaltung in die Kirche ein. Beim Gottesdienst übernahm Lisa Rotter an der Orgel den instrumentalen Teil. Der Männerchor trug sowohl in der Messe als auch bei der anschließenden Feier am Kriegerdenkmal mit ihrem Gesang zur feierlichen Gestaltung bei.

Pfarrer Wißmiller erinnerte in seiner Predigt daran, dass bis zum Jahr 313 n.Chr. Christen verfolgt und getötet wurden. Erst Kaiser Konstantin hat allen Menschen im Römischen Reich Religionsfreiheit garantiert. Heute drohen Kriegsgefahren aus Russland und weltweit gibt es massenhaft Unruheherde. „Wie sollen wir angesichts dieser prekären Lage vorgehen?“ Er erinnerte an Jesus, der einst gar nicht Jesus-Like die Händler mit der Geißel aus dem Tempel seines Vaters vertrieben hat. „Heute würden wir uns wünschen, dass so mit den Missständen dieser Welt aufgeräumt wird.“ Es stelle sich die Frage: „Glauben wir, dass Jesus den Frieden einläuten kann, der in uns selbst beginnen muss?“ Als Christen dürfen wir die Hoffnung nicht aufgeben, dass durch die Kraft Gottes der Friede in unserem Inneren erwächst und so Auswirkung auf die Gesellschaft hat.

Zweiter Bürgermeister Gerhard Kempter erzählte in seiner sehr persönlichen Rede von Feldpostbriefen seiner Großeltern, in denen von den Erfahrungen an der Front und von den Sorgen und Nöten in der Heimat zu lesen ist. Bei der Generalversammlung der „Kameradschaft ehemaliger Soldaten Heimenkirch“, der er beigewohnt hat, sei überlegt worden, wie Frieden gelingen kann. So habe es zu Beginn des Jahres ein Friedensfeuer gegeben. Er zitierte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier: „Wir müssen dort widersprechen, wo Hass, Gewalt und Ausgrenzung sich verbal verbreiten – in den sozialen Medien, aber auch in unserer unmittelbaren Umgebung, in unseren Schulen oder im Freundeskreis.“ Krieg beginne mit tödlichen Waffen, vorbereitet werde er jedoch mit Worten, Vorurteilen und Diskriminierungen. Otto Fischer, Vorsitzender der „Kameradschaft ehemaliger Soldaten Heimenkirch“, sprach das „Gebet für den Frieden“. Am Kriegerdenkmal wurde im Anschluss an die Heilige Messe der Gefallenen und Vermissten gedacht und für sie gebetet. Musikkapelle und Männerchor sorgten für einen würdigen musikalischen Rahmen. Die obligatorischen drei Böllerschüsse am Volkstrauertag symbolisieren einen dreifachen Salut für die Gefallenen. Sie sind eine besondere Tradition, um der Opfer von Krieg und Gewalt zu gedenken.

(Fotos und Text: A. Feßler)